Zwischen Harz und Bruch 1954
Zeugen historischer Vergangenheit zwischen Harz und Bruch
Die Warttürme zwischen Harz und Bruch bis in die Magdeburger Börde hinein verleihen dieser Landschaft ein besonderes Gepräge. Diese altersgrauen Türme der engeren Heimat des Harzes und seines nördlichen Vorlandes ragen noch heute vereinzelt aus dieser Gegend heraus. In den unsicheren Zeiten früherer Jahrhunderte waren die Bewohner der Städte hinter ihren Mauern wohlgeborgen und gut aufgehoben. Die Bewohner des flachen Landes und Bauern waren nicht geschützt, wenn Raubritter die Gegend unsicher machten. Um sich gegen plötzliche Überfälle durch feindliche Scharen fremder Heere sowie gegen Raubritter mit ihrem Einfall in Viehherden und Weiden zu schützen, wurden die Wachttürme – auch Warten genannt – erbautIm Gebiet des Huywaldes, des Fallsteins, des Harzes und anderen Höhenzüge sind diese steinernen Zeugen längst vergangener Zeiten bis auf die heutigen Tage erhalten geblieben. Bei klarer Sicht sind diese Warten im bezeichneten Gebiet gut zu erblicken.
Die Warten sind mächtige, ohne besonderen Schmuck geschaffene Steinbauten, die in überwiegender Zahl quadratisch und in einzelnen Fällen als Rundbau erstanden. Die Mauern dieser gigantischen Bauwerke hatten meist eine Stärke von etwa zwei Metern und eine Höhe bis zu zwanzig Metern. Der Eingang zum Innern der Türme führte meist durch eine verschließbare Öffnung, die nur mittels einer Leiter erreicht werden konnte. Oben auf dem Wartturm hatte der Wächter seines Amtes zu walten und sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Mit scharfen Blicken spähte er aufmerksam in die Ferne. Sobald Gefahr drohte oder herannahte, war es seine Aufgabe, den Bewohnern und Bauern der Gegend schnellstens diese kundzutun.
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