Heiketalwarte (Badersleben)

Von der an der Nordwest-Ecke des Huywaldes gelegenen Heiketalwarte wird angenommen, das sie zur Bug Zilly gehört habe.
Aber es gibt auch andere Aussagen. Dieser Turm war zwar schon zur Zeit des König Heinrich oder Otto I errichtet worden, doch hat er keine Verbindung mit der Burg Zilly.
Vielmehr könnte es der Bauweise nach zur Uhlenburg gehört haben, die nicht weit davon im Tale östlich lag. Diese Burg ist heute zerstört und keine Chronik meldet etwas über Entstehung und Untergang derselben.

Die Höhe der Heiketalwarte beträgt 13,50m, der äußere Mauerumfang 21m. Die Warte hatte ursprünglich im Inneren vier Stockwerke.
Auf der Ostseite des Turmes befand sich die Eingangstür, die nur so klein war und mittels einer Strickleiter erreicht werden konnte. Links und rechts waren Schießscharten für Armbrustschützen angebracht. Die Warte hatte den Zweck, der Uhlenburg und der umliegenden Ortschaften das Nahen von Feinden rechtzeitig zu melden, damit ihre Bewohner sich mit ihrer Habe in Sicherheit bringen konnten. Es ist aber auch möglich, dass der Kaiser Heinrich V diesen Turm und noch viele andere hier zu Lande errichten ließ, um die starrköpfigen Sachsen zum Gehorsam zu zwingen und die Einziehung des Zehnten zu sichern.

Im Jahre 1597 wurde das neue Vorwerk Sonnenburg errichtet und mit sämtlichen dazugehörigen Äckern zur Burg Zilly gelegt, laut einem Bericht aus demselben Jahre von dem Domdechanten und Portenarius des Hochstiftes Halberstadt, Matthias von Oppen.
Aus derselben Zeit ist noch ein lateinisches Distichon des sogenannten Herrn vorhanden, welches besagt, dass auch Mulmke als Schenkung an der Wasserburg überging.
Das Distichon lautet:
„ Struximus has aedes, relicuas renouauimus ante, Praedia vondidimus multo Hewkendalia sumtu Pro Rein ac Honstein, Hinricus presul Juus Brunsvigus Molmken nostras dnavit ad aras, Augeat altisonus, conseruet parta precamur, Posteritas humili peroleuns munera voto“

All diese genannten Orte wurden durch Feuersignale von der Heiketalwarte aus, auf herannahende Gefahren aufmerksam gemacht. Mit dem Verfall des Rittertums wurde es ruhiger im Lande und die Warte verlor an Bedeutung. Im Laufe der Zeit verfiel der Turm.
Trotzdem erinnert er noch heute, von weitem kann man ihn sehen, an längst vergangenen kampfreichen Zeiten der Niedersachsen.

Die Hoikenthalswarte (Günter Karste)
1454 ist der Bau der Hoikenthalswarte vollendet worden. Die Gemeinde und der Klosterhof leisteten Hand- und Spanndienste zum Bau. Die Bausteine stammten zum Teil von der zerstörten Olenburg.
Zum Unterhalt der Wächter auf der Warte müssen einige Höfe und der Klosterhof jährlich Abgaben in Geld und Getreide leisten. Die Wächter hatten die Dorfbewohner beim Nahen von Räuberbanden zu benachrichitgen, so dass man Zeit hatte, dass Vieh in Sicherheit zu bringen.

(Zitat von Wilhelm Bandau)
Die Heiketalswarte – jetziger Sprachgebrauch.
Der höchste Punkt am Westrands des Huys war bestens für den weiten Blick ins Land geeignet. Von hier aus schaut man bis hin ins Harzvorland. Der Harz mit dem Brocken bildet die Kulisse am Horizont. Aber auch die Gegend nördlich vom Huy kann man von hieraus überschauen.
Darauf gründeten sich die Verteidigungsstrategien des Mittelalters. Aber auch im Dritten Reich nutzte man diese hervorragende Lage für militärische Zwecke. Im Mittelalter sollte von den höchsten Stellen des Höhenzuges Huy die Gegend flächendeckend überwacht werden.
(Sargstedter Warte und Paulskopfwarte) Wie effektiv die Warten aber wirklich waren ist in keinen Schriften überliefert. Das Schicksal fehlgeschlagener Verteidigungsstrategien setzt sich doch bis in die Neuzeit fort. Als Symbol für den Verteidigungswillen stehen die Warten nach 550 Jahren noch da. Die steinernen Außenmauern des Heiketalbauwerks sind bis jetzt fas unbeschädigt.

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