Notizen zur Heiketalswarte
(Wilfried Fritz, Dardesheim)
Warten umgeben die Stadt Halberstadt wie eine Perlenkette. Heute z.T. als Ruine – ein Zeichen in der Vorharzlandschaft.
Sie sollen ein Produkt des 13./14. Jahrhunderts sein, als die Städte durch die ständigen Fehden der Feudalherren und der Ankündigungen von Fehden gegen die Städte in ihrem Handel und Wandel gefährdet waren.
Durch Feuer- oder Rauchsignale konnte schon rechtzeitig drohende Gefahr erkannt, Alarm in der Stadt ausgelöst und die Mauern besetzt werden. So bilden der Drohneturm bei Osterwieck, der Bimmelturm in Dardesheim, die Heiketalswarte, die Sargstedter, die Paulkopfs-Warte und Martinikirchturm eine Kette, die zu einander fast den gleichen Abstand haben. Die Warten waren Bauten der Stadt Halberstadt, die kursiv gedruckten solche des Bistums, aber vereint in einem einheitlichen System. Das geht aus dem Helmstedter Friedensvertrag vom 19. August 1425 hervor, der die Halberstädter „Schicht“ des Langen Matz von 1423 bis 1425 beendete. Im Punkt 9 heißt es, dass der Turm von „Dingstorp“ (Wilhelmshöhe) nicht wieder befestigt werden darf und neue Warten und Türme nicht errichtet werden dürfen, es sei, es geschieht mit der Erlaubnis des Bischofs und seiner Nachkommen.
Das erfolgte 1432! Durch den Einfall der Hussiten und ihr Vordringen bis nach Naumburg bat die Stadt Halberstadt um den Ausbau der Warte bei „Dingstorp“, die „unser genannter Herr oben abgebrochen hatte“ beim Kampf um die Stadt 1425. Vermutlich wurden auch die anderen Warten geschleift, um so bei weiteren Auseinandersetzungen zwischen Bischof und Stadt eine frühzeitige Alarmierung der Bürger zu verhindern, um einen Überraschungseffekt zu erzielen.
So gesehen kann dem Dompropst Quirre (1453-1463) nicht der Neubau der Heiketalswarte und der Sargstedter Warte 1454 zugeschriebne werden. Sie sind älter als 1454 (s.o.). Er gab aber als Vorsteher des Domkapitels die Zustimmung, dass beide Warten wieder aufgebaut bzw. erneuert wurden!(These!)
Das dompropsteiliche Amt Dardesheim war Pfründe des Quirre, dessen Wappen noch heute am Gebäude vorhanden ist.
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