Der Schatz vom Hoikental
(Halberstadt 1924)Der Bischof von Halberstadt war mit seiner Geduld am Ende, ständig erhielt er Klagen von Kaufleuten, diese wurden nahe Badersleben überfallen und ausgeplündert. Durch Späher erfuhr der Bischof, dass ein Dutzend schwer bewaffneter Raubritter auf der Ohlenburg hauste, sie wurden vom „Schwarzen Ritter“ angeführt.
Also schickte der Bischof ein gewaltiges Heer von Kriegsknechten los, diese sollten die Ohlenburg zerstören und alle Raubritter töten.
Beim Bischof von Halberstadt diente seit vielen Jahren ein alter Hauptmann, diesem überließ der Bischof alle Vollmachten. Der Hauptmann ließ sein Heer in zwei Teilen marschieren. Ein Teil griff die Ohlenburg an einem nebeligen Herbstmorgen an, die Raubritter flohen vor den bischöflichen Truppen.
Dem schwarzen Ritter gelang durch einem geheimen Gang die Flucht, mit seinem schwarzen Roß jagte er vor seinen Feinden her, doch er erstarrte als ihm an der Hoikentalwarte das zweite bischöfliche Heer entgegen kam.
Ein harter Kampf entbrannte, der Ritter tötete viele Kriegsknechte, später wurde behauptet, der schwarze Ritter besäße ein Zauberschwert. Anders konnte man es sich nicht erklären, dass ein Ritter gegen zwei Dutzend Kriegsknechte erst nach mehreren Stunden getötet werden konnte.
Als man dem schwarzen Ritter den Kopf abschlug, warf man seinen Körper samt Rüstung und Waffen in die leer stehende, halb zerstörte Hoikentalwarte. Plötzlich war auch das schwarze Roß des Ritters verschwunden.
Der Hauptmann aber verfluchte den schwarzen Ritter und die Hoikentalwarte. Die Halberstädter Ritter ritten zur Ohlenburg. Bis auf einen Mann waren alle Raubritter getötet worden.
Der überlebende Raubritter war bei seiner Flucht von einem Pfeil getroffen worden, er stürzte in den Spring, einen Wassergraben.
Der Raubritter bat den Hauptmann um ein christliches Begräbnis, dafür wollte der Sterbende das Geheimnis des schwarzen Ritters verraten.
Die bischöflichen Ritter waren verwundert über diese Bitte, wollten aber einem Sterbenden den letzten Wunsch erfüllen.
Der Raubritter erzählte, dass der schwarze Ritter einen großen Teil seiner Schätze in den Satteltaschen mitgenommen hatte. Dazu noch eine Karte, auf der die Geheimgänge der Ohlenburg eingezeichnet waren.
Die wertvollsten Schätze lagen somit in der Hoikentalturme.
Nach diesen Worten starb der letzte Raubritter der Ohlenburg. Er wurde christlich beerdigt. Als nun das bischöfliche Heer zurück zum Hoikentalturm ritt, erschallte nur ein grausiges Gelächter aus dem Turme.
Die Ritter suchten die Schätze vergeblich.
Bis zum heutigen Tage hat niemand den Schatz vom Hoikental gefunden.
Es heißt in einer alten Sage:
„Der schwarze Ritter bewachtet den Schatz vom Hoikental bis in alle Ewigkeit“
Wer sich in Vollmondnächten dem Hoikentalturme nähert, sei gewarnt, wer den Schatz heben will muß gegen den schwarzen Ritter kämpfen.
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