Volksstimme 17.07.2004

Sagen um die Heiketalwarte bei Zilly

Von Hartmut Neubauer

Warte wurde vor 550 Jahren neu aufgebaut

Zilly. Im Jahre 1280 wurde die Heiketalwarte erbaut, sie gehörte zum Wartensystem der Stadt Halberstadt.

Volksstimme 17.07.2004
Die Turmwächter warnten die umliegenden Orte durch Rauchzeichen vor feindlichen Truppen.

Die Warte wurde im Jahre 1425 von aufständischen Bürgern aus Halberstadt zerstört (Halberstädter Schicht) und erst im Jahre 1454 wieder aufgebaut. Die Steine für den Neuaufbau holte man von der Ohlenburg (Altenburg), einer geschliffenen Raubritterburg, nahe dem Dorf Badersleben.

Im Jahre 1641 wurde die Warte von schwedischen Landsknechten angezündet und blieb ohne Dach viele Jahre ungenutzt. Erst im Jahre 2003 kam die Rettung für die Warte. Der Architekturstudent Klaus Wilken Weseloh führte mit Hilfe einiger Firmen und von Freunden umfangreiche Reparaturarbeiten durch. Heute befindet sich die mit einem neuen Dach versehene Warte in einem guten Zustand.

Eine Sage berichtet, dass von der Heiketalwarte bis zur Wasserburg Zilly ein unterirdischer Gang verläuft. Diesen Gang hat es in Wirklichkeit nie gegeben! Doch in jeder Sage steckt ein Körnchen Wahrheit. Es gab von 1607 bis 1921 mit Unterbrechungen Koprolithenschächte, die unterirdischen Stollen verliefen vom Sandklint bei Zilly bis nahe an die Sonnenburg.

Eine andere Sage berichtet von einem kopflosen Ritter, der in schwarze Rüstung gekleidet mit seinem schwarzen Ross nahe der Warte spukt. Wehe dem Wanderer, der ihm in Vollmondnächten begegnet!

Es heißt, der schwarze Ritter war der Anführer der Raubritter von dem Ohlenburg. Wegen seiner bösen Taten ist er verflucht worden. „Erst wenn der Hoikentalturm in Trümmern liegt, wird der schwarze Ritter vor dem Herren erlöset“. Der Name Heiketalwarte ist schwer zu ergründen, sie könnte Eichentalswarte, aber auch Heiligentalswarte heißen.

Einst schrieb Kantor Emil Schliephake aus Dardesheim das folgende Gedicht:
Die Heiketalwarte
Altersgrauer Turm, Zeuge alter Zeit,
schaust viele Jahre schon in die Lande weit!
Unerschütterlich in der Zeiten Sturm,
stehst du stark und fest, treuer alter Turm!
Lass uns so wie du treu und feste steh’n,
in der Zeiten Not, in der Stürme weh’n!


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