Volksstimme 22.09.2003

Architekturstudent Klaus Weseloh baut sich die Heiketalwarte aus

Solch einen Ausblick findet man kein zweites Mal


von Mario Heinicke

Jahrelang hatte die Heiketalwarte keine Beachtung mehr gefunden. Bis der Braunschweiger Architekturstudent Klaus Weseloh beim Zillyer Gemeinderat anklopfte. Für 20 Jahre hat er den Turm auf den Ausläufern des Huys gepachtet und baut ihn nun zu einem privaten Aussichtsturm aus.

Volksstimme 22.09.2003
Zilly. Eigentlich stammt Klaus Wilken Weseloh aus Buxtehude. „Erhebungen von 20 Metern gelten dort schon als Berge.“ Und die Geschichte verlief dort halt so, dass es dort heute einfach kaum Türme gibt.

Auch Braunschweig, der Ort seines Studiums, bietet ihm kaum mehr landschaftliche Abwechslung, und so zog es den jungen Mann des Öfteren zum Ausflug in Richtung Harz. Diese Landschaft, diese Orte im Vorland und speziell im Landkreis Halberstadt begeistern ihn. „Hier hat ja fast jeder Ort ein Schloss oder eine Burg“, stellte er fest.

Irgendwann fuhr er auf der Bundesstraße 79 gen Halberstadt und sah aus den Augenwinkeln, dass da hoch oben auf dem Berg ein Turm stand – die Heiketalwarte. Die anfängliche Schnapsidee eines Freundes griff Klaus Weseloh auf und strebte nun mit aller Konsequenz an, selbst zum Turmherr zu werden.

In Zilly fand er offene Ohren und Unterstützung. „Dort sind wirklich nette Leute.“ Hilfe war auch notwendig zum Beispiel bei der Klärung, wem denn nun eigentlich der Turm gehört. Er sollte auf drei Grundstücken stehen. Jetzt steht fest, dass die Gemarkungsgrenze 20 Zentimeter neben den Turm verläuft.

Ein halbes Jahr hatte Klaus Weseloh während seines Studiums freie Zeit, um sich voll und ganz dem Turm zu widmen. Die ist jetzt, da er vor dem Diplom steht, verstrichen, doch so weit gekommen wie gewünscht ist er noch nicht. Vom Aufstieg und der Aussichtsplattform konnten sich viele Besucher schon beim Tag des offenen Denkmals überzeugen. In der vergangenen Woche wurde das Turmdach aufgesetzt, und nun soll noch eine Fensterfront ringsherum eingesetzt werden. Aber so richtig fertig wird der Turm wohl erst im kommenden Jahr werden.

Die Weitsicht von der Heiketalwarte fasziniert Klaus Weseloh immer wieder auf Neue. Bis Magdeburg kann man sehen, das ganze Harzpanorama liegt zu Füßen, und im Vordergrund die vielen Obstbäume. „Solch einen Ausblick findet man im ganzen Vorharz kein zweites Mal“, sagt er.

Natürlich hat sich der Turmherr auch mit der Geschichte der Heiketalwarte beschäftigt. 1454 soll sie erbaut worden sein als einer von mehreren Türmen zur Territorialverteidigung – vor den Braunschweigern. Nach 550 Jahren hat die Geschichte nun den Turm eingeholt und einen Braunschweiger als Pächter, schmunzelt Weseloh.

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