Volksstimme 24.05.2006

In der Heiketalwarte entsteht wieder ein Gewölbe

Bald wird nach überliefertem Gang gesucht

Zilly (mhe). Mit der Heiketalwarte hat sich Klaus Weseloh einen Traum erfüllt. Seit er vor drei Jahren jenen historischen, 1280 erbauten Turm auf dem Huy gepachtet hat, erfuhr dieser förmlich eine Verwandlung. Wenn sich Weseloh ein Foto aus dem Jahr 2002 anschaut, kann er es selbst nicht mehr glauben. Das Gemäuer war im Prinzip nur noch eine verwitterte, nach oben offene hohle Röhre.

Volksstimme 24.05.2006
Heute hat der Turm einen Aufstieg über mehrere Etagen und oben eine verglaste Aussichtsplattform, die den Blick über das Harzvorland ermöglicht. „Eine Landschaft wie in der Toskana“, schwärmte auch Steve Teffner. Der Leipziger ging Klaus Weseloh am Wochenende ebenso zur Hand wie Ronny Fix-Faroldi. Wieder stand ein Bauabschnitt an, um den Turm möglichst in seinen historischen Zustand zu versetzen. Es wurde begonnen, ein Gewölbe zu mauern. Das hat es nach Weselohs Erkenntnissen hier früher gegeben. Als Architekt erkannte er die Steinauflagen, die das Gewölbe trugen. Dass es irgendwann eingestürzt ist, hängt vermutlich mit dem großen Loch zusammen, das irgendwann zu ebener Erde eingebrochen wurde.

Für Weseloh, der heute in Hamburg lebt und zweimal im Monat zur Warte kommt, ist es ein Versuch, solch ein Gewölbe aus Feldsteinen zu bauen. Denn auch als Architekt ist solch eine Aufgabe eher die Ausnahme. Wenn es hält und die jetzt darunter stehende Balkenkonstruktion abgebaut ist, will er sich einem Geheimnis der Warte widmen. „Ich bin mit Sagen und Geschichten zur Heiketalwarte gut gefüttert worden“, erklärte er. Demnach soll vom Innern ein Tunnel oder Gang geführt haben. Die überlieferten Geschichten berichten von einer Länge von 20 Meter bis gar nach Zilly. Jedenfalls will Weseloh als nächstes in die Tiefe schachten.

Diese Geschichten hat vor allem der Zillyer Hartmut Neubauer übermittelt, der auch oft zum Turmherrn auf den Berg schaut. Mittlerweile hat er einige neue geschichtliche Erkenntnisse zur Heiketalwarte zusammengetragen.

So zerstörten schwedische Landsknechte 1641 das unweit der Warte im Tal gelegene Neuendorf. Während der Nacht drangen der Junker von Neuendorf und einige seiner Männer durch einen geheimen Gang in die Heiketalwarte ein und töteten vier schwedische Turmwächter. Auf ihrem Rückzug wurden die Männer von Neuendorf von den Schweden angegriffen und getötet. Die Schweden zündeten die Heiketalwarte an. Der Turm blieb zwar stehen, doch die Inneneinrichtung, das Dach und die Pferdeställe verbrannten, wie Neubauer in alten Schriften recherchiert hat. Die Grundmauern der Pferdeställe will Klaus Weseloh demnächst auch noch frei legen.

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